Wissen · E-Rechnung Pflicht

E-Rechnung ausstellen: Format, Pflichtfelder und Versand

Eine E-Rechnung entsteht nicht durch das Umbenennen eines PDFs. Die Rechnungsdaten müssen strukturiert erzeugt, fachlich vollständig und technisch passend übermittelt werden.

Fachlich geprüft: 26. Juli 2026Quellen: Bundesministerium der Finanzen · Gesetze im Internet · KoSIT / XStandards Einkauf · Forum elektronische Rechnung Deutschland

Der richtige Ausgangspunkt

Die zuverlässigsten E-Rechnungen entstehen direkt aus Buchhaltungs-, ERP- oder Fakturadaten. Eine nachträgliche Konvertierung kann funktionieren, erhöht aber das Risiko fehlender oder falsch zugeordneter Felder.

Ein optisch vollständiges PDF beweist nicht, dass die strukturierte XML dieselben oder vollständige Rechnungsdaten enthält.

Ausstellungsprozess

  1. Empfängeranforderungen klären: Format, Leitweg-ID, Bestellreferenz und Kanal.
  2. Rechnungsdaten vollständig erfassen.
  3. XRechnung oder ZUGFeRD mit passendem Profil erzeugen.
  4. XML gegen den relevanten Regelstand validieren.
  5. Datei über den vereinbarten Kanal senden und Versand protokollieren.

Formatwahl

AnwendungsfallHäufig geeignete Option
Öffentliche VerwaltungXRechnung oder ein vom Empfänger akzeptiertes EN-16931-konformes Format.
B2B mit visueller PDF-AnforderungZUGFeRD/Factur-X mit passendem Profil.
Automatisierter DatenaustauschXRechnung, Peppol BIS Billing oder ein abgestimmtes strukturiertes Format.

Vor dem Versand prüfen

  • Rechnungsnummer, Datum und Währung
  • Verkäufer- und Käuferdaten
  • Steuerkategorien, Steuersätze und Summen
  • Zahlungsinformationen
  • Bestell-, Vertrags- oder Käuferreferenz
  • Formatkennung, Syntax und Geschäftsregeln

Stammdaten entscheiden über die Qualität

Viele Validierungsfehler entstehen nicht beim Export, sondern früher: fehlende Käuferreferenz, unvollständige Anschrift, falsche Steuerkennung oder ungeeignete Zahlungsdaten. Gute E-Rechnungsprozesse trennen deshalb globale Unternehmensstammdaten, kundenspezifische Empfangsvorgaben und auftragsbezogene Referenzen.

Ein technisch korrekter Generator kann falsche Eingaben nicht erkennen. Vor dem ersten produktiven Versand sollten mindestens Standardrechnung, Gutschrift, mehrere Steuersätze, Rabatt, steuerfreier Vorgang und ein Behördenfall getestet werden.

Freigabecheck vor dem Versand

  • Empfänger und rechtliche Verkäufergesellschaft stimmen
  • Rechnungsnummer und Leistungszeitraum sind eindeutig
  • Steuerkategorie, Steuersatz und Befreiungsgrund passen zusammen
  • Positionssummen, Zuschläge, Nachlässe und Rundung ergeben die Gesamtsumme
  • Käuferreferenz, Bestellnummer und Endpoint-ID stehen im richtigen strukturierten Feld
  • Gewählter Übertragungskanal akzeptiert Format, Profil und Dateigröße

Häufige Fragen

Kann Word oder Excel eine E-Rechnung erzeugen?

Nur wenn daraus über eine geeignete Lösung eine normgerechte strukturierte Datei erzeugt wird. Ein normal exportiertes PDF genügt nicht.

Sollte jede Datei validiert werden?

Eine automatisierte Validierung vor dem Versand ist empfehlenswert, besonders bei neuen Empfängern, Softwareupdates oder geänderten Regelständen.

Reicht es, die XML einmal beim Softwarehersteller testen zu lassen?

Nein. Regeln, Stammdaten und Geschäftsfälle ändern sich. Validieren Sie repräsentative Belege bei Einführung, nach Updates und bei neuen Empfängervorgaben erneut.

Offizielle Grundlagen

FAQ zur obligatorischen E-RechnungBundesministerium der Finanzen§ 14 UStG – Ausstellung von RechnungenGesetze im InternetVersionen und Bundles der XRechnungKoSIT / XStandards EinkaufZUGFeRD 2.5 – deutsches InfopaketForum elektronische Rechnung Deutschland