Praxisleitfaden · Standards

XRechnung über Peppol 2026: Dokumenttypen, Versionen und aktuelle Risiken

Wer XRechnung über Peppol transportiert, muss neben der XRechnung selbst auch den aktuellen Peppol-Dokumenttyp, Prozesskontext und Release-Stand beachten. Die Peppol-BIS-Billing-Version 3.0.21 ist seit 17. August 2026 verpflichtend; zugleich wurden 2026 veraltete XRechnung-Dokumenttypen weiter bereinigt.

Veröffentlicht: 12. August 2026Fachlich geprüft: 19. August 2026Aktualisiert: 19. August 2026
Direkte Antwort

Für XRechnung über Peppol reicht eine fachlich richtige XML allein nicht. Dokumenttyp, Prozesskennung, aktuelle Code-Listen und der Peppol-BIS-Billing-Regelstand müssen zusammenpassen. Seit 17. August 2026 ist die May-2026-Version 3.0.21 von Peppol BIS Billing 3.0 verpflichtend.

Worum es geht

XRechnung über Peppol mit aktuellem Dokumenttyp versenden

Für wen
  • Peppol-Integratoren
  • ERP-Anbieter
  • E-Rechnungs-Support
Hier finden Sie
  • Dokumenttypen
  • Prozesskennung
  • 2026 Code-List-Änderungen
Separat prüfen
  • Access-Point-Vertragsberatung
XRechnung technisch prüfen
Aktuelle Kerndaten

Fakten, Stand und offizielle Quellen

Aktueller Peppol-Release-Stand
Peppol BIS Billing 3.0.21 ist seit 17. August 2026 verpflichtend
OpenPeppol
2026-Dokumenttypen
OpenPeppol hat veraltete XRechnung-Dokumenttypen weiter bereinigt; mehrere Varianten waren zur Entfernung zum 01.08.2026 vorgesehen
OpenPeppol

XRechnung und Peppol sind unterschiedliche Ebenen

XRechnung beschreibt die Rechnungsanforderungen. Peppol stellt unter anderem Transport-, Teilnehmer- und Dokumentkontexte bereit. Eine Rechnung kann daher XRechnung-Regeln erfüllen und trotzdem beim Peppol-Routing scheitern, wenn der Dokumenttyp oder Prozesskontext veraltet ist.

Was 2026 besonders relevant ist

OpenPeppol hat die May-2026-Version von Peppol BIS Billing 3.0 als Version 3.0.21 veröffentlicht. Sie ist seit dem 17. August 2026 verpflichtend. Der Release enthält aktualisierte Regeln und Code-Listen; Integrationen sollten deshalb nicht nur gegen einen lokal gespeicherten, älteren Regelstand testen.

Parallel zeigt der OpenPeppol-Code-List-Change-Log die fortlaufende Bereinigung älterer XRechnung-Dokumenttypen. Wer Identifikatoren hart kodiert, sollte Dokumenttyp, Prozesskennung und Empfänger-Capabilities gegen den aktuellen Stand prüfen.

Vier Dinge vor dem Versand prüfen

  1. CustomizationID/Dokumenttyp der XML ermitteln und gegen den aktuell zulässigen Dokumenttyp prüfen.
  2. ProcessID beziehungsweise Profilkontext prüfen.
  3. Peppol BIS Billing 3.0.21 sowie die aktuellen OpenPeppol-Code-Listen und Release Notes berücksichtigen.
  4. Empfänger-Capabilities über den eingesetzten Access Point prüfen.

Fehler nicht mit XML-Patching kaschieren

Wenn ein Transportfehler auf einen veralteten Dokumenttyp zurückgeht, ist die richtige Lösung eine Aktualisierung der Generator- oder Peppol-Konfiguration. Das manuelle Ändern einer einzelnen Kennung kann andere Profilanforderungen verletzen.

Release-Management für Integratoren

  • Code-List-Änderungen beobachten
  • Testumgebung mit aktuellen Identifikatoren pflegen
  • Alte Dokumenttypen aktiv aus Konfiguration entfernen
  • Validator- und Access-Point-Logs zusammen auswerten
  • Rollback- und Kundenkommunikation für Versionswechsel vorbereiten

Häufige Fragen

Ist Peppol für jede XRechnung Pflicht?

Nein. Peppol ist ein möglicher Übertragungsweg bzw. Infrastrukturkontext. Der konkrete Empfänger legt seine akzeptierten Wege fest.

Warum funktioniert eine alte XRechnung lokal, aber nicht über Peppol?

Lokale XML-Validierung prüft nicht automatisch, ob der verwendete Peppol-Dokumenttyp noch registriert und vom Empfänger unterstützt ist.

Offizielle Grundlagen

Peppol BIS Billing 3.0 – May 2026 ReleaseOpenPeppolOpenPeppol eDEC Code Lists Change LogOpenPeppolZusammenhang zwischen XRechnung und Peppol BIS BillingKoSIT / XStandards EinkaufPeppol BIS Billing 3.0 – ValidierungsregelnOpenPeppol